Elektrologie:

Die Wurzeln der modernen Epilationstechnik mittels Strom reichen bis in das Jahr 1875 zurück, als amerikanische Mediziner mit Hilfe einer Trockenzellbatterie Haare dauerhaft entfernen konnten. Die Elektrolyse war geboren - eine Methode, die auch heute noch zur Anwendung kommt, natürlich ausgefeilter als vor über hundert Jahren.

Elektrolyse

Bei der Elektrolyse wandern die in wässriger Lösung gelösten Salzionen zu den unterschiedlich geladenen elektrischen Polen. Dadurch entsteht in einer Lösung, die unserer Zellflüssigkeit entspricht, an der negativ geladenen Elektrode, der Kathode eine Lauge, und zwar zum größten Teil Natronlauge. An der Positiv geladenen Elektrode, der Anode entsteht eine Säure. Eine Nadel aus leitendem Metall wird in den Haarfollikel eingeführt; sie wird als Kathode genutzt. Die Anode hält die Kundin in der Hand. So entsteht an der Nadel im Follikel Natronlauge, die eine Zelllösende Wirkung hat. Gearbeitet wird mit einer unisolierten Nadel, wodurch die Keimzellen der Haare an der gesamten Länge der Nadel zerstört werden.

Die Methode ist hautschonend und effektiv, aber da man sehr lange mit der Nadel im Follikel bleiben und eine hohe Dosis Strom zuführen muss, auch sehr schmerzhaft. Das (und auch der hohe Zeitaufwand) macht diese Methode für die Kosmetikpraxis ungeeignet.

Thermolyse:

Auch bei der Thermolyse mit Hochfrequenzstrom wird die Nadel als Leiter benutzt, Durch die entlang der Nadel entstehende Hitze werden die Keimzellen der Haare koaguliert. Dieser Vorgang vollzieht sich relativ schnell, weswegen sich diese Methode in der Praxis durchgesetzt hat. Leider birgt die Thermolyse die Gefahr der Narbenbildung. Um dieses Risiko zu verringern, arbeitet man mit isolierten Nadeln, das heißt, der Strom kann nur an der unisolierten Nadelspitze wirken. Damit ist die Gefahr der Narbenentstehung zwar sehr verringert, aber es werden Zellen, die am Follikelrand, also oberhalb der nichtisolierten Spitze sitzen, nicht erreicht. Diese Haare muß man mehrmals epilieren. Auch zeigen sich bei der Thermolyse oft starke Hautreaktionen, wie langanhaltende Schwellungen, Rötungen und Krustenbildung.

Blendmethode - Kombination aus Elektrolyse und Thermolyse

Auch bei der Blendmethode (Blend=Gemischt) ist die Nadel der Leiter. Die beiden Ströme werden getrennt auf die Nadel gegeben, der gemischte Effekt tritt erst im Gewebe auf. Da bei der Blendmethode beide Ströme, galvanischer und hochfrequenter, gemischt werden, braucht man von jedem Strom nur wenig Stärke. Die Hochfrequenz wird nur zur Erwärmung der Elektrolyse benötigt, um sie zu beschleunigen. Die Intensität und Einwirkungszeit der Hochfrequenz, das Haar (Platzierung und Dicke) und der Gleichstrom stehen in einem Verhältnis zueinander. Diese Tatsache macht es möglich, durch Verschiebung der Proportionen auf jeden Hauttyp gezielt einzugehen.

Mit der Blendmethode hat man die Möglichkeit, jedes Haar optimal zu entfernen. Da die Stromstärken in der Mischung viel geringer sind, ist auch der Schmerz stark herabgesetzt und die Hautreaktionen sind auf ein Minimum beschränkt. Hier muss mit einer unisolierten Nadel gearbeitet werden, weil nur dann sichergestellt wird, dass sich die Elektrolyse an der gesamten Nadel entwickeln kann. Nur so werden alle erreichbaren Keimzellen vernichtet.

Sequential Blend heißt: der Strom wird immer wieder unterbrochen. Man schaltet erst Gleichstrom im Follikel mischt dann beide Ströme oder schaltet nur Hochfrequenz und schaltet zum verlassen wieder Gleichstrom.

Die Blendmethode ist keine neue Methode. Sie ist 1938 von Henri Saint Pierre und Arthur Hinkel erfunden worden. Saint Pierre war ein praktizierender Elektrologist, der als erster Blend benutzte. Hinkel, ein Elektro-Ingenieur, entwarf und stellte den ersten Blendepilator her und entwickelte systematisch die Blendmethode.

Wie Sie vielleicht wissen existiert in Amerika die FDA (Food and Drugg Administration). Diese Organisation überprüft medizinische Behandlungsmethoden. Alle Nadelepilationsmethoden, so z.B. die Blendmethode, werden von der FDA als permanente Haarentfernungsmethoden anerkannt. Im Gegensatz zu der Lasermethode die das Label „Permanent“ nicht tragen darf.